Verschobene Grenzlinie II
Die Grenze am Gauset zwischen Ziesen und Seewen war umstritten. Die Vertreter der beiden Gemeinden traten zu Unterhandlungen zusammen und einigten sich über die Standorte der zu setzenden Steine. Diese wurden an Ort und Stelle verbracht. Nach diesem gütlichen Vergleich luden die Seewener die Ziefner zu einem gemeinsamen Trunke in einem Seewner Gasthause ein. Während nun dort die Grenzbereinigung gebührend gefeiert und dabei tapfer gezecht wurde, schafften einige Seewner die Steine von den vereinbarten Plätzen weg und verrückten so die Grenze gegen die Ziefnerseite, wo die Steine nachher gesetzt wurden. Zu spät merkten die Ziefner, dass sie bei diesem Handel betrogen worden waren. Ihre nachträglichen Beschwerden hatten keinen Erfolg mehr.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch