Das Wappen der Familie Anderhalden in Sachseln
Als die Goten im Jahre 398 unter König Alarich in Italien einfielen und die Stadt Rom bedrohten, da verlangte Papst Anastasius und Kaiser Honorius von den drei Ländern Hilfe. Als nun die Länder, damals Schneeberger genannt, auf den Kampfplatz kamen, sah ihr Heerführer ein, dass Streit und Angriff unnütz und für sie verderblich sei, wenn man nicht auch von der anderen Seite her im nämlichen Augenblicke dem Feinde tüchtig zu Leibe gehe. Von dieser Notwendigkeit wollte er den General des Papstes und des Kaisers brieflich überzeugen. Der Bote hatte aber, um in die Stadt zum Befehlshaber zu gelangen, neben dem feindlichen Lager einen breiten Fluss zu durchschwimmen. Wer war der kühne Recke, der sich für dieses Unternehmen stellte? Ein armer Jüngling von Sachseln, namens Anderhalden. Man band ihm zwei Briefe, in Wachstuch eingewickelt, in seine langen Haupthaare, dann begab er sich auf den Schlich. Alles gelang nach Wunsch. Er schwamm wie ein Fischotter hin und her. Der Angriff war auf eine mondhelle Nacht festgesetzt. Die Länder siegten. Nun befahl Papst Anastasius, dass die Familie Anderhalden in ihrem Wappen führen solle, einen Fluss, auf dem ein Pfeil schwimmt, unter dem Flusse den Mond, oben die Sterne.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.chhttp://www.maerchenstiftung.ch