Der Kampf an der Wehri
Die Älpler des Ällgau, hinten im bernischen Habkerntal, gingen am letzten Sonntag im August nach Habkern zum Abendmahle. Nur zwei Sennen hüteten, als Schwyzer und Unterwaldner kamen und sie gefangen nahmen unter Androhung, sie n den Käsekessel zu werfen, in der heissen Schotte zu sieden und im Anken zu backen. Während die Schwyzer und Unterwaldner das Vieh wegtrieben, gelang es einem der Gefangenen zu entspringen und auf dem Twiri, der Spitze der Bohlegg, durch eine Folle seiner Geliebten am Fahrenbühl zuzurufen:
„Eusi bruni Trichelchue
Geiht Schwyz und Unterwalden zue.»
Da zersprang ihm ein Blutgefäss. Er sank zusammen und starb. Der andere gefangene Älpler sollte den Schwyzern und Unterwaldnern den Rückweg zeigen, da dichter Nebel auf der Alp lag. Er führte sie dreimal rings um die Brändlisfluh herum. Inzwischen langte eine bewaffnete Schar von Habkermannen, die durch die Jungfrau am Fahrenbühl aufgeboten wurden, an, und rieb die Länder auf. Nur ein Mann derselben blieb verschont, um die Kunde nach Hause bringen zu können. Als er aber voll Ingrimm einewww.maerchenstiftung.chhttp://www.maerchenstiftung.chr Kuh das Euter wegschnitt, ward auch er getötet. Der Kampf geschah an der Wehri.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf