Die Schlacht auf Planalp
Im 12. Jahrhundert überfiel eine Streitschaar Unterwaldner die Planalp am Brienzer Rothorn und ermordete Sennen und Hirten. Einer von den letztem konnte zu Tode verwundet noch bis zur Mühlebachfluh gelangen, von wo er durch die Milchfolle nach Brienz hinunter um Hülfe rief. Die Unterwaldner hatten mit dem erbeuteten Vieh inzwischen den Rückweg eingeschlagen und nahmen, um denselben nicht zu verlieren, einen Knaben mit, ihnen den Weg über den Brienzergrat zu zeigen. Der Knabe, von Brienz aus Hülfe hoffend, führte sie im dichten Nebel, um Zeit zu gewinnen, immer die langen Kehre hinauf und die kurzen wieder hinunter. Um die Brienzer auf die rechte Spur zu leiten, jodelte er fortwährend und lockte das Vieh:
„Ho lobe, ho lobe, die guti Kuh,
Muss geg' Unterwalden zu!"
Wirklich ereilten die nachsetzenden Brienzer die Unterwaldner, schlugen sie bei dem sogenannten Mordstein und nahmen ihnen das Vieh wieder ab.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch