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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Das Fänggenmannli in Savien

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Kategorie: Sage

Ähnlich wie die Kühjer zu Conters und Monbiel machte es ein Fänggenmannli in Savien. Das hütete einem Bauern viele Jahre hindurch die Kühe und nahm dafür allabendlich ein Näpfchen Milch in Empfang, die es leidenschaftlich liebte. Die ihm anvertraute Herde vermehrte sich wunderbar und gedieh prächtig, und so lange sie unter seiner Obhut stand, verunglückte kein einziges Stück. Die Frau des Bauern verfertigte nun einmal ein Paar lederne, kurze Höslein, verzierte sie mit roten Schnüren und legte sie als Lohn dem Kuhhirtlein hin. Der Fängge konnte mit dem Ding zuerst gar nicht zurecht kommen und schlüpfte mit den Ärmlein hinein; als es ihm aber so nicht passte, probierte er es an die Füsse, betrachtete sich ganz wohlgefällig, warf dann seinen Hirtenstab weit von sich, lief davon und kam nicht wieder.


Quelle: Jecklin, Dietrich: Volksthümliches aus Graubünden. 3 Teile, Zürich 1874, Chur 1876, Chur 1878 (Nachdruck Zürich: Olms, 1986)

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.