Der Remsibock
In der Gemeinde Kerns liegt das Landgut Remsi; dort fliesst der Remsibach vorbei. In den 1830. Jahren stand im Remsi eine Scheune, die sich der Remsibock als Unterschlupf auswählte, wenn er zu nächtlicher Zeit den Remsibach hinaufgekommen war. Der Remsibock hatte nur ein Auge, das so gross wie ein Fleischteller war. Wenn am Morgen der Remsibauer hirten kam, entfernte sich der Bock und ging in die oberhalb gelegenen Güter Räppis, Zubenried und Hostatt, wo er in den Gäden Unterkunft suchte. In den 1850. Jahren ging der Remsi-Bauer die Scheune abbrechen und etwas seitwärts verlegen. Seither sah man den Remsibock nicht mehr.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch