Der Tanzlaubenhund in Sachseln
Unweit der Kirche von Sachseln war früher die sogenannte Tanzdili oder Tanzlaube, wo das junge Volk der ganzen Gemeinde sich zum Tanzen zusammentat. Dort nun lag bei jedem derartigen Feste ein grosser schwarzer Hund unter der Gygenbank. Er hatte ein einziges Auge in der Mitte des Kopfes von der Grösse eines Bräntlisdeckels und verleitete die jungen Burschen und Mädchen zu Spiel und Trank. Ausser auf der Tanzdili zeigte sich der Hund besonders beim Lichttägelkäppeli und auf der Dorfbachbrücke, wo er die Vorübergehenden belästigte und ihnen böses zumutete. Der Tanzlaubenhund aber war niemand anders als der Teufel, der die Leute zum Tanze und zu andern Lustbarkeiten zu verführen suchte.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch