Die Stuckli-Hexe
In der Nähe des Stuckli ob Sachseln hauste vor langer Zeit eine Hexe, die weitum viel Unheil anrichtete. Besonders ergoss sich ihr Zorn über die Bewohner von Sachseln und einzelne Älpler, die es gewagt die Hexe zu necken und ihr alle möglichen Unbilden zu tun. Da beschloss sie die Vernichtung des ganzen Dorfes und wollte zu diesem Behufe das Stuckli (1800 m ü. M.) auf's Dorf stürzen. Ihre Kraft reichte aber nicht völlig aus und sie vermochte nur die oberste Spitze desselben loszubrechen und zu Tale zu bewegen. Der losgebrochene, mächtige Felsblock liegt zwischen Burgletsfluh und Stuckli und wird seitdem Hexenstein genannt. Noch heute zeigt man auf demselben die Abdrücke der Hände, die die Hexe durch ungestümes Ergreifen am Steine zurückgelassen.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch