Der Giger Nazi
Vor vielen Jahren war ein Spielmann, der Giger Nazi, allgemein als Tanzgeiger sehr beliebt und er durfte bei keiner Lustbarkeit fehlen. Einst kam er spät in der Nacht von der Kilbe in Wolfenschiessen. Er war in heiterer Stimmung und die Sterne am Himmel schienen es auch zu sein, sie flimmerten und tanzten vor seinen Augen. Da bekam er Lust auch ihnen aufzuspielen und sie tanzten munter nach seiner Geige. Plötzlich stand ein Mann neben ihm und fragte, ob er mit ihm kommen wolle, um zu einem Tanze zu spielen. Giger Nazi sagte zu und befand sich alsbald in einem grossen prachtvollen Saal. Da musste er einer herrlich gekleideten Gesellschaft seine Geige ertönen lassen. Aber da hörte er von Dallenwyl her das Glöcklein zur Frühmesse läuten und beim ersten Tanz verschwand alles vor seinen Augen. Er aber sass mitten im Dorngebüsch beim sogenannten Hexentanze über dem Kohlentobel am Wege nach Rickenbach. Dieser Platz ist ein grosser Kreis von ganz roter Erde, der mitten aus dem grünen Wiesbaden absticht. In der Waldpurgisnacht geht es da unter dem Hexenchore sehr bunt her.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch