Die Hexe Lisi Bossi
Im Herbstmonat 1737 starb in Zug eine der verabscheutesten Unholdinen der Urschweiz, Lisi Bossard, nach qualvollen Leiden den Feuertod. Sie beging am Gotteshaus in Engelberg einen fürchterlichen Frevel. Es war am 29. August 1728 als die Studenten Raketen abfeuerten. Lisi Bossi, die um den Weg war, erregte nun, indem sie den Raketen mit ihrer Schwarzkunst eine unheilvolle Richtung anzauberte, den Brand des Klosters und machte die Glocken, ausgenommen die grosse, über die sie keine Gewalt hatte, stumm. Als man zu den Glocken hineilte und an den Strängen ziehen wollte, fielen diese versengt herunter, bis auf das Seil an der grossen Glocke, welches allein noch festhing und den Glockenmund zum Hülferufen öffnete. Doch war es eben kein Sturmgeläute und die Talbewohner erkannten die Not zu spät.
Siehe auch: "Die Brandstifterin"
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch