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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Hexensteine auf Emmetten

Land: Schweiz
Kanton: Nidwalden
Kategorie: Sage

Aus dem Fernital auf Emmetten stürzt ein wilder Bergbach hervor, rennt unweit der Kirche und der hl. Kreuzkapelle vorbei und ergiesst sich durch eine enge Schlucht in den Vierwaldstättersee. Emmetten bildet so ein Talbecken, welches sich durch eben in diese Schlucht gegen Norden öffnet. Bei einem starken Ungewitter schob einst eine Hexe vom Tale zwei grosse Felsblöcke den Bach vorwärts, um bei jener Schlucht den Abfluss des Wassers zu verhindern und dadurch das freundliche Wiesengelände in einen See zu verwandeln. Dies sollte vorzüglich wegen der hl. Kreuzkapelle geschehen, die ihr verhasst war, weil fromme Beter sie oft besuchten. Bald hätte die Hexe ihr Ziel erreicht; da läutete man in der auf einer Anhöhe liegenden Kirche die Wetterglocke und plötzlich sah sich die Hexe in ihrem Vorhaben gehindert.

Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch