Vom Françaisbad
Wenn der Sturmwind über die Aare fegt, erheben sich alle, die in ihren Fluten ein böses Ende gefunden haben. Sie umheulen das Françaisbad, jenen Ort, wo sie ihr Geld verspielt und zuchtlos die Nächte verbracht haben. Sie rufen den Namen einer Französin, die aus diesem Bad eine Lasterstätte gemacht hatte. Sie dringen durch die geheime Türe in die unterirdischen Gänge vor, von wo aus man die Ermordeten in die Aare geworfen hatte.
Viele Patriziersöhne und fremde Besucher verkehrten in diesem Hause, verlockt durch schöne Frauen und reichen Spielgewinn.
Im Sturmesbrausen klagen sie um ihr gemordetes Leben.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch