Der feurige Unhold
Vor alten Zeiten hauste im Schloss zu Thorberg ein Ungeheuer. Einst soll es einem nachts von Burgdorf heimkehrenden Marktbesucher in Gestalt eines Ungetüms mit kohlenschwarzem Leib von riesenhaften Ausmassen erschienen sein. Der Kopf, mit einem feurigen Helm bedeckt, sprühte helle Flammen. Mit einem glühenden Schwert in der Tatze hieb es nach allen Seiten. Ein andermal wurde es gesehen, wie es vom Schloss her über die Bäume und Hügel hinweg spazierte.
Schliesslich gelang es einem Pater, das Ungetüm in das Tobel unterhalb des Schlosses zu bannen. Von dort her soll man aber sein Gebrüll zuweilen noch deutlich vernehmen. Wenn das Wetter ändern will, verlässt es für kurze Zeit seine Behausung. Dann bemerkt man nachts kleine Lichter auf dem alten Gemäuer des Schlosses.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch