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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Wagen mit den vier Schimmeln

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Etwa eine Viertelstunde von Rohrbach liegt eine Ruine, die alte Burg genannt. Einst hatten die Zwingherren durch Gewalt und böses Unrecht Geld und Gold angehäuft. Man sagt, dass alles im Burghügel vergraben sei. Wenn aber einer es wage, mit vier Schimmeln von der gleichen Stute und einem grossen Wagen dorthin zu fahren, so könne er diese Schätze heben. Nur dürfe er kein einziges Wort reden.

‏Nun geschah es, dass der Bauer vier Schimmel von der gleichen Stute kaufen konnte. Mit diesen fuhr er um Mitternacht zum Burghügel. Als er Geld und Gold aufgeladen hatte, ergriff er die Geissel, schwang sie über die Pferde und rief: « Hü, in Gottes Namen! » Da rollte der Wagen samt den vier Schimmeln und dem Bauern zurück in den geöffneten Schlund des Hügels.

Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch