Der Brand von Huttwil
Dort, wo heute das Landstädtchen Huttwil steht, lag vor Zeiten eine grosse Stadt, die sich weit über die Hügel der Umgebung ausdehnte. An der Rot habe damals das Rathaus gestanden, in Schweinbrunnen sei der Schweinemarkt gewesen und dort, wo heute Schmidigen liegt, hätten die Schmiede ihr Handwerk betrieben. Doch durch die grossen Brände sei die Stadt völlig zerstört worden.
Am Tag vor dem Brande stotterte das Geläute der Kirchturmuhr bei jedem Stundenschlag und niemand wusste warum. Niemand ahnte, dass in der nächsten Nacht ein ungeheures Gewitter über die Stadt hereinbrechen sollte. Als das Gewitter dann losbrach, soll inmitten der lodernden Häuser ein fremder Bauer gestanden sein, der mit allerlei Zauber das Feuer zu bannen suchte. In der luzernischen Nachbarschaft warf man damals bei drohendem Gewitter eine Handvoll Salz in die Luft und rief dazu die Worte: «Heiliger Antonius, nimm das Wetter in deine Hand und jag es nach dem Bernerland.»
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch