Zwerg als Pferdeknecht
Einem Bauer zu Freudigen in der Gemeinde Oberburg fütterte einst ein Zwerg öfters die Pferde, putzte und striegelte sie. Wenn sich zuweilen die Knechte verschlafen hatten, was sie nicht selten, sich auf das Männchen verlassend, absichtlich taten, und dann in den Stall traten, fanden sie alles sauber und in Ordnung. Das Männchen sahen sie oft und hatten jedesmal Erbarmen mit ihm, weil es gar schlechte zerrissene Höschen anhatte. Als jedoch der Bauer den Schneider im Hause hatte, dem Zwerg dankbar neue machen liess und dieselben an die Stalltüre hängte, fanden die Knechte zwar das Höschen weg, aber das Zwerglein zeigte sich niemals mehr.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch