Der Geheimnisvolle auf der Schlossfluh
Einst lief in Twann ein Mädchen gegen die Schlossfluh und wurde nicht mehr gesehen. Vergebens suchten die Eltern und Leute aus dem Städtchen nach der Verschwundenen, aber man fand keine Spur.
Als nach einiger Zeit die verzweifelte Mutter wieder einmal auf die Schlossfluh stieg, verlief sie sich im Gemäuer des längst zerstörten Schlosses. Da lief ihr auf einmal das totgeglaubte Mädchen entgegen.
«Ein schöner und vornehmer Herr nahm mich bei der Hand und hat mich ins Schloss geführt», sagte das Mädchen. «Er tanzte mit mir und gab mir Speis und Trank, so gut, wie ich es nie zuvor gekostet habe.»
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch