Erzählen
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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Zwerge auf der Spiezerfluh

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

In der Nähe des Kirchleins Einigen am Thunersee hielt sich vor gar langer Zeit in einem Walde ein Zwerg auf, der sich zur Sommerszeit fürs Leben gern auf die Spiezerfluh setzte, um sich dort zu sonnen. Leute von Spiez brachten ihm oft Milch, Brot, Käse und Äpfel. Zum Danke nannte er den Gebern dann zuweilen eine Glückszahl. War dies eine Sieben, so konnte der Betreffende darauf rechnen, dass ihm in sieben Tagen, Wochen oder Monaten irgendein unverhofftes Glück zufiel. So riet der Zwerg einst einem armen Bäuerlein, Licht und Feuer wohl in acht zu nehmen. Das Bäuerlein aber merkte nicht, dass in dem Sprüchlein eine Zahl versteckt war. Acht Tage später brannte sein Haus nieder. Als man aber acht Monate danach die Erde zum neuen Hause umgrub, da kam ein irdener Topf mit Goldstücken zum Vorschein. Aus dem Bäuerlein wurde ein hablicher Mann.

 

Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch