Dreierlei Bohnen
Am Strettlinger Turm beim Schlosse Spiez am Thunersee ging ein Mann nach Ostern im Gestrüpp umher und sah hier eine Jungfrau sitzen, die auf ausgebreitetem Tuche dreierlei Haufen Bohnen vor sich hatte. Dem Manne gefielen die Bohnen ihrer Art wegen und er erbat sich davon, um sie jetzt der Jahreszeit nach bald im Garten zu setzen. Die Jungfrau gab ihm ein paar Handvoll von jeder Sorte. Auf dem Heimweg wurden ihm die Bohnen gar zu schwer im Sacke. Als er nachschaute, waren dieselben Geldstücke, die weissen Taler und die schwarzen in Scheidemünze verwandelt. Jetzt wusste der Mann, dass er die Strettlinger Jungfer gesehen hatte.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch