Der feurige Mann
Vor vielen Jahren ist beim Rätschgraben auf der oberen Furen nicht alles geheuer gewesen. Gewisse Leute wollen nach dem Einnachten dort einen unguten, feurigen Mann gesehen haben. Deshalb wollte bei Tag dort niemand mehr vorbeigehen und nachts schon gar nicht.
Aber einmal, in einer stockfinsteren Nacht, kam dort ein Mann mit einem Hund vorbei und in der Hand trug er eine brennende Fackel.
Da stand plötzlich der feurige Mann vor ihm, machte Augen gross wie Räder und redete ihn mit seinem Knochenmund an:
«Hättischd düü nid das Biissendi
Und da gfiiregem Brand
Sa wäärischd ggruwwna
Fir hinega Aabendgang!»
Seither hat niemand mehr den feurigen Mann beim Rätschgraben gesehen.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch