Mutwillige Hirten und schwarzer Hahn
Auf dem Oldenberge hausten einst wilde Bergleute, welche den Hirten beim Hüten des Viehs halfen und dafür Nidel, geronnene Milch oder Ziger erhielten, was immer man ihnen auf das Hüttendach hinstellte. Kein Tier kam in Gefahr, so lange das dauerte. Als aber mutwillige Hirten in eines der Gefässe Kot warfen, blieben die Wilden aus und seither kam das Vieh nicht mehr ordentlich heim. Es geschah lauter Ungefäll. Zuweilen wurden Kühe vom westlichen Abhang im Oldentale bis in das Bödeli hinuntergezogen, wo sie schrecklich mager, «beinahe ergustet» heimkamen, faul Fleisch zwischen den Klauen. In der Verlegenheit rieten ihnen Kapuziner, neben natürlichen Mitteln und Milde gegen Arme, einen schwarzen Hahn auf der Alp zu halten. Das half.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch