Die Geister auf der Jungfrau
Wenn die Alpen unter der Last des Schnees begraben liegen, Menschen und Vieh zu Tal gezogen sind, beginnt die Herrschaft der Berggeister. Dann steigen sie aus den unzugänglichen Höhen des Finsteraarhorns, der Jungfrau und ihrer Nachbarn, tiefer herab, sammeln sich in den Schlünden und Tobeln der Felsen. Da sie alles hassen, was Leben zeigt, üben sie auch gern und häufig die Jagd. So jagen sie pfeifend und rasselnd hinter den Gemsen her. Ihr grösster Hass trifft aber die Menschen. Wehe dem Wanderer, der zu solcher Zeit sich in ihren Bereich wagt oder dem Jäger, der ihr Revier durchstreift, oder dem Trahler. Ihnen allen droht der sichere Tod.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch