Die Rochelmoore
In Grindelwald tobt und lärmt oft nachts ein gespenstiges Mutterschwein, das verdammt ist, bis an den jüngsten Tag die Erde zu durchstreifen. Als nämlich unser Herr Jesus durch die Stadt Jerusalem nach Golgatha hinausgeführt wurde, trieben übermütige Juden noch ihren Spott mit ihm. Buben verführten, als der Herr vorüberkam, einen bestialischen Lärm mit Grunzen, Quieken und Schreien. Ihre Väter aber fragten den Erlöser: «Weissage uns jetzt, was ist da drinnen in dem Stall?» «Eure Kinder sind's», antwortete der Herr. «Schweine sind's», entgegneten die Juden. Und der Herr erwiderte ihnen mit Ernst: «Sind es Schweine, sollen es Schweine bleiben!» Und so geschah es. Die Buben sind verdammt, im unseligen Banne als Schweine umherzuirren, Mensch und Vieh zu erschrecken.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch