Der Martinsdruck und das Martinsloch
Vor uralten Zeiten, heisst es, hingen der Eiger und der Mettenberg hinten im Grindelwaldtale zusammen. Zwischen beiden bildete sich, wo jetzt das Eismeer der Gletscher liegt, ein grosser See, schwoll dann an und drang verwüstend ins Tal hernieder.
Da erbarmte sich der heilige Martin der bedrängten Talleute. Er stemmte sich mit dem Rücken an den Mettenberg und drängte mit seinem Bergstocke den Eiger zurück. Wo er sich anstemmte, heisst die Eindruckstelle «der Martinsdruck», und sein Stock bohrte in den Eiger das «Martinsloch», durch welches die Sonne des Jahres zweimal ins Tal scheint.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch