Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Goldsucher auf dem Blasenberg

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Zu einem Manne in Schwenden hinter Diemtigen kam einst ein Zauberer und teilte ihm mit, dass auf dem Blasenberg und im Alpetli Gold zu finden wäre. Es werde von bösen Geistern gehütet, mit welchen man umzugehen verstehen müsse. Dazu machte er ihn mit einem Zauberspruche bekannt. Mit einer Hutte am Rücken machte sich darauf der Schwendener auf den Weg. Auch den Pickel hatte er nicht vergessen. Auf dem Blasenberg fing er auf der bezeichneten Stelle an zu graben. Darüber aber vergass er den Zauberspruch. Da erschien ein schwarzer Mann, der ihn heftig anblies. Alles, was der Goldgräber aus der Tiefe schaffte, fiel immer wieder in die Grube zurück. Endlich verlor er die Geduld, ergriff den Pickel und schlug damit nach dem Schwarzen. Aber auch die heftigsten Streiche prallten an der unheimlichen Gestalt ab, so dass der Gräber endlich seine Arbeit einstellen musste. Daheim aber schwoll ihm das Gesicht gewaltig auf und wurde ganz schwarz, so dass er lange das Bett hüten musste und gerade noch mit dem Leben davonkam.

 

Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch