Der boshafte Zwerg
Oberhalb von Erlenbach lebte einst ein geiziger Mann. Sein Geiz war so gross, dass er nicht einmal seiner eigenen Kuh das Futter gönnte. Er verkaufte lieber sein Heu. Die Kuh wurde mager wie ein Gerippe. Als der Frühling kam, trieb der Bauer seine Kuh aufs Feld hinaus und freute sich in seinem Geiz, dass sie auf fremdem Feld gierig das Gras verschlang.
Hielt die Kuh einen Augenblick mit Fressen inne, so rief er ihr zu:
Cheu, cheu, cheu,
Gras spart Heu!
Ein Zwerg, der in der Nähe sass und zusah, wie das Tier vor Heisshunger frass, bis es erstickte, gönnte dem Geizkragen den Schaden und rief ihm zu:
Bäuerlein, Bäuerlein, ha! ha! ha!
Sälber ta muess sälber ha.
Hättest du dies selber ta
So müesstist du drum d's Läbe Iah.
Aus: P. Keckeis, M. Waibel, Sagen der Schweiz. Bern, Zürich 1986
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch