Die Burg Alt-Bichelsee
Auf der Anhöhe gegenüber dem Bichelsee stand vor alter Zeit eine feste Burg. Diese hieß Alt-Bichelsee zum Unterschied von einer anderen Burg, die in der Nähe des Dorfes Bichelsee gestanden haben soll und Neu-Bichelsee genannt wurde. Neu-Bichelsee wurde von König Rudolf von Habsburg im Jahre 1274 als Raubritternest zerstört. Auf Alt-Bichelsee lebten schon zu Ende des 12. Jahrhunderts Herren von Bichelsee. Die bekanntesten waren die Brüder Eberhard II. und Eberhard III. Sie standen bei Abt Berthold in grosser Gunst. Eberhard II. erhielt die Würde eines Truchsessen. In den Appenzellerkriegen wurde Alt- Bichelsee von den Appenzellern verbrannt, nachher aber bald wieder aufgebaut. Nach und nach kam ein grosser Teil der Besitzungen an das Kloster Fischingen. Nach der Aufhebung des Klosters gingen die Lehengüter in Bichelsee und Balterswil an hier sesshafte Bauern über.
Gegenüber Alt-Bichelsee aus dem Haselberg soll früher ebenfalls eine Burg gestanden haben, worauf der Name Burgstall oder Burstel hinweist. Die Burg Alt-Bichelsee und diejenige auf dem Haselberg sollen einst durch eine Kette über den See miteinander verbunden gewesen sein, die einem Eichhörnchen als Brücke diente, um in gefahrvollen Zeiten Briefe hinüberzubefördern.
Quelle: A. Oberholzer, Thurgauer Sagen, Frauenfeld 1912
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch