Mutabor Märchenstiftung

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Der erste Pflug 

Land: Schweiz
Kanton: Jura
Kategorie: Sage

Über den heiligen Himerius, nach dem St. Imier benannt ist, werden viele wunderbare Dinge erzählt. So soll er nach seiner Pilgerreise ins Heilige Land die Menschen von einem Greifen befreit haben. Dessen Klauen wurden lange in St. Imier aufbewahrt. Als Himerius sich im Tal der Suze niederließ, war das Land noch von Dornen überwachsen. Zusammen mit einem Glaubensbruder versuchte er, es urbar zu machen, doch ihre Kräfte waren zu schwach > reichten nicht aus. Sie legten sich auf die Erde, um auszuruhen. In diesem Augenblick erschien ein von zwei Ochsen gezogener Pflug. So konnte bald das Korn ausgesät werden. Nicht lange darauf schlossen sich Menschen Himerius an. Sie lernten von ihm viel über den Ackerbau und bauten gemeinsam den ersten Pflug. So konnten sie mehr Getreide anbauen und niemand musste mehr hungern. Man erzählt sich, dass Himerius Wölfe mit Gebeten vertrieb und dass eine Wildsau ihm den Platz für sein Kloster wies. Er kannte die Stunde seines Todes, grub sein eigenes Grab und legte sich zur ewigen Ruhe hinein. In Orvin wurde lange noch ein Pflug in seinem Andenken aufbewahrt, und den Kindern schenkte man einen kleinen Pflug, damit sie später nie hungern müssten. Viele der guten Taten des Himerius sind vergessen, aber jedes Jahr am 13. November gedenkt man des Heiligen, der so viel Gutes in das Tal der Suze gebracht hat.

Fassung Djamila Jaenike, nach: "La Première Charrue"  aus: Joseph Beuret-Frantz, Sous les vieux toits, Légendes et contes jurassiens. Porrentruy, 1949. Aus dem Französischen übersetzt, und neu gefasst unter Mitwirkung von Michèle M. Salmony Di Stefano © Mutabor, www.maerchenstiftung.ch