Die Zwerge in den Grottes des Creuses
Früher gab es in Muriaux Zwerge. Sie lebten in den Grottes des Creuse, nahe der Combe de la Rochette. Sie kannten die Kunst, wie man den besten Käse herstellt, halfen den Bauern auf dem Hof, kümmerten sich um die Kühe und führten die Pferde auf die saftigsten Weideplätze. Sie halfen bei der Kornernte, droschen nachts das Korn und spürten genau, wenn ein Unwetter drohte, und man das Heu einbringen musste.
Die Zwerge trugen jedoch seltsame Gewänder, die ihre Füsse verbargen. Die Leute von Muriaux hätten gerne gewusst, wie die Füsse der Zwerge aussahen. So kam es, dass sich einige Frauen eine List ausdachten. Abends schlichen sie sich zum Eingang der Höhlen von Creuse und streuten Asche auf den Boden. Als sie am nächsten Morgen nachschauten, da sahen sie es deutlich. Sie riefen laut: «Die Zwerge haben Entenfüsse!»
Doch die Zwerge hatten gemerkt, dass man ihr Geheimnis entdeckt hatte. Sie verliessen die Höhlen und zogen fort. Seitdem müssen die Bauern bei Muriaux ihre Arbeit auf Hof und Feld wieder alleine tun, denn niemand weiss, wohin die Zwerge gegangen sind.
Fassung Djamila Jaenike, nach: «Les Lutins des Creuses», aus: Joseph Beuret-Frantz, Sous les vieux toits, Légendes et contes jurassiens. Porrentruy, 1949. Aus dem Französischen übersetzt, und neu gefasst unter Mitwirkung von Michèle M. Salmony Di Stefano © Mutabor, www.maerchenstiftung.ch