Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Hina gits a chalti Nacht

Land: Schweiz
Kanton: Wallis
Kategorie: Sage

A mal ist a Täscher Jeger, der ou z Jagd wellu het, am Abund spat in Täsch-Alpu ga schlafu.  Es sygi afu spat im Herbst gsi. Wie er z Tufle in ds Lärju Josisch Schirli  het wellu ga liggu, ist da scho äs Gottwärgi gsi und het mu gseit: « Tue du nummu sche yschlifu, es git de hin a chalti Nacht." Schi sigi duo mitanandra afa teif ins Hew ambri  gschliffu, aber ds Gottwärgi heigi no alls, d Schir und Stalltirini zämunt gitreit fer obu druf. Z chalt heisch do nimme gha. Wie duo dische guot Täscher Jeger erwachut ist und ist ga zum Lisch uslozzu, ist ds Gottwärgi ou grad lachundu dur d Alpa ufgangu  und da um du Staful umher syg a fyne Stoss Gras afu gsi. Der guot Schnäggo het gat vam Herbst bis im Ustag gschlafu. Darum seit mu no jez: «Hina gits a chalti Nacht», we mu schi zan er gherigu Näpsetu niederleggu will.

Aus: C. Englert Faye, Von kleinen Leuten. 102 Zwergensagen, Feen und Fänggengeschichten aus der Schweiz, Bern 1937.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch