Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Vo der Zwärgechinige

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Da wä wyt hinder Mihlibach uehi es Wybli o no spat in der Nacht anhi am Gstiedel gsässen und hed gwäben. Es ist mu lingig ggangen: im Schwick heds e Tschuppen Ele ghäben. Ds Schiffli ist hin u wider gflogen, und äs hed im Sii ghäben, das Wub no glyhen Aabeds abzwäben, we schon der Harzfeisstitägel ist am erga gsyn. Wien äs no eppa ärstig ist dra gsyn, gcheerds newa an der Hustür polen. Äs hed de Taahen im Tägel angänds en Bitz obis gschrissen un ist gan achten, wär da twäga syg. Was vor dHuustür usi chunnd, steid es Zwärgli vor mu zuehi und hed mu mid Bitt u Bätt aghäben, äs mechti mid mu choon: dZwärgechinige syg Chimpetterra, u sie wisse mu nyd ztuen, keinigerlei nyd!

Das Wybli hed angänds dHuuba agleid und ist mit däm Zwärgli druber uf. Sie sy ggangen u ggangen, bis dass s wyt im Bärg uehi vor nes chlys Tiri sy choon. Ds Zwärgli tued uf u geid vorab ynhi; u ds Wybli ist mu na. Da ist zerstist numman es engs, niders Gengli us em Felsen usa ghiwes gsyn, u mu heig si gued miessen ynhaan, fir das mu ds Hoit nid agriehrd heig.

Das Gengli ist e lenga, lenga Gang worden. Ganz zhindrist dryn hed mu es chlys Fiirelli gsehn. Sie sy ggangen u dar Gang ist geng greeser u greeser worden; där ist heeija u breita gsyn, dass dChilha ugschiniert drin hätt chenne stahn. Läst u läst Zwärgleni sygen umha gsyn; tuusig u tuusig Liechtleni heige brunnen; alls heig gglitzined u gschinen! Das ist eppas gsyn, das es eifaalts Wybli sin Läbetag nyd seliss gsehn u troimd hed. Eh, bhiet is Läbetag !

Angänds druf hed sie der Zwärgechinige Hilf braachd. Da drüber syg im ganze Zwärgerych grossi Freid gsyn, un de Tschuppa Zwärga hein mid ihra dir ds Wätterhoren em anhi sellen. Aber no eb s zer Zwärgenhehli em usi gsy syn, hed es Zwärgli us nem alten Gwandchasten dem Wybli es Huuffli Cholen in Schurz gschitted. Sie hed nid gwissd, was das zbidyten heig. A Cholen ist ra de richtig nid viil gläge gsyn. U we ra hie u da eis us em Schurz usa geschloffenen ist, so ist das ihra ei tue gsyn. Aber de syn die Zwärgleni alli im Schwick druf los gschossen u hein die Cholen ufgläsen u ra sie umhi i Schurz ghyid u gseid:

«Wie meh dass d zattst,

Wie minder hattst!»

Darmid wä sie us der Hehli em usa gsyn, u ds Wybli hed si darzue ghäben, fir no vor Tag em zuehi zchoon. Was s hei chunnd, leesds de Schurz über der Fiirblatten us.

Mornist, wa ys sMihlibachwybli i dChuchi geid, gsehds uf der Fiirblatten es Huufli Goldmirggla. Darmid hätts dua gwissd, waran dass s mit denen gestrige Chohle wä gsyn! Wies däm uo aso nach- sinned u teichd, was fir neu ganzi Broxleta Cholen dass äs dir alls Wätterhoren aha versiwed heig, da hed das s es schier meggen. Äs ist uf u zwääg, fir die Chole zsuechen — und hed nyd gfunden.

Aus: C. Englert Faye, Von kleinen Leuten. 102 Zwergensagen, Feen und Fänggengeschichten aus der Schweiz, Bern 1937.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch