Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Selber tan,selber han

Land: Österreich
Region: Vorarlberg / Tirol
Kategorie: Sage

An Ma ist amol zWald ganga, ga Holz spalta. Wia er i der bestan Arbet ist kunnt a Fenki zuan am und hocket nebet an uf da Boda und fot a mit am zschwätza und an über allerlei uszfroga. Der Holzer git zerst ordeli uf alls Red und Antwort. Aber d Fenki het sövel gschwätzt und gfroget, dass dem Ma das Gschnäder verleidet und d Geduld afanga brochan ist. Was will au dia alls wüssa, het er tenkt, und wia si wüssa will, wia er heissi, seit er, syn Nama sei Selb, und gheissa het er Hans. Dia närrisch Fenki glaubts ufs Wort und lüsterlet eppas anderem no. Zletscht stygt aber dem guata Hans der Rot is Gsicht vor Zora, und er schnerzt: «Kog, anleida, du könntist doch dy Mui afanga verschoppa.» D Fenki aber git nüt um Uwert und wunderet wyter und bringt no son im Yfer dHand i dia Spalta, dia der Hans mit der Axt und mit em Wegga i der Stock het gmachet gha. Der Hans gewahrnets und rupft weidli Axt und Weggan ussa und springt dervo. DSpalta schnellt zemma und klemmt dHand vo der Fenki y, dass ara sBluet unter d Nägel schüsst, und sie überlut zröran afot. Uf ihr Gschrei kunnt an Fenk usam Wald zuera gloffa, sieht sie zabla und froget, wer ara das to heig. D Fenki seit: «O selb to.» Druf lacht der Fenk und seit: «Selb to, selb ho», und goht wieder dem Wald zua und lot dFenki zabla.

Aus: C. Englert Faye, Von kleinen Leuten. 102 Zwergensagen, Feen und Fänggengeschichten aus  der Schweiz, Bern 1937.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch