Bestrafter Fürwitz
A Burameitli ist amol bym-a Fenkawybli Pflegeri gsi, und dua het denn ds Mandli vo der Kindbetteri a Gang uf d'Oberwelt z'maha gha, und vor's uf da Weg ist, seits zum Burameitli: «Understand di nit und gang mer in de Küehstall, derwyl i furt bi», und das seit drüber: «Nei, bilyb!» Wo aber ds Mandli furt ist gsi, so ist am der Wunderfitz ko, und es ist ganga und het d'Stalltür hofeli ufftue und in de Stall yhigüggelet, und dua het's denn a Hab vom schönsta Veh gseha, ahi Stückli vom klyna Kälbli bis zer Schellakuah so schö lybig, dassma kei Beili hetti gryfa könna. Es luaget und luaget, aber uf eimol g'sieht's zwüschat da Küeh a Mensch abunda an der Suul stoh, und krydawyss vor Schrecka schloht's d'Stalltür wider zua und springt dervo. Am Obed kunnt ds Fenkamandli wider heim und goht in de Stall, go d'Küeh melka, d'Küeh hend aber roti Milch ge, und do drus het's gmerkt, dass d'Pflegeri im Stall ist gsi, und het si dieselb Nacht no furtgjagt.
Aus: C. Englert-Faye: Schweizer Märchen, Sagen und Fenggengeschichten, Basel 1984
H. R. Niederhäuser (Hrsg.)
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch