Vom Brodässe
Der Hansli het es Fraueli gha, und das het Bethli gheisse, und 's Bethli het e Ma gha, und dä het Hansli gheisse; der Hansli und 's Bethli sind beidi gar ordeligi Lüt gsi und hend beidi gar ordeli chönne Brot ässe. Der Hansli het aber nüt uliebers gässe als der Rouft, und 's Bethli nüt uliebers als d'Mutsche. Und häretgäge het der Hansli d'Mutsche schröckelech gärn gässe und 's Bethli der Rouft. Dessetwäge hend sie's gar guet mitenander chönne. Denn der Hansli isch froh gsi, wenn 's Bethli brav Rouft gässe het, wyl ihm de alimol d'Mutsche-n-übrig blibe-n-isch; und 's Bethli isch froh gsi, wenn der Hansli d'Mutsche gässe het, wyl es de der Rouft ganz übercho het. Und eso isch es gange, bis der Hansli am End aller Ende ghimmlet het. Do dernochet het aber 's Bethli z'eismol Niemet meh gha, wo-n-em d'Mutsche-n-ewäg gässe het. Was tuets? Es het halt wider e Ma gno, und dä het gheisse Jöri. Und der Jöri und 's Bethli sind beidi gar ordeligi Lüt gsi und hend beidi gar ordeli chönne Brot ässe. Aber o heie! Der Jöri het au grad Numine welle de Rouft ässe, und 's Bethli hätt' um's Läbe kei Mutsche abebrocht. Do hend sie alli beidi enand liberments nüt meh ässe lo und sind zletscht alli beidi a der Vergöustig gstorbe. Gott bhüet is dervor.
Aus: C. Englert- Faye, Alpensagen und Sennengeschichten aus der Schweiz, Zürich 1941. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch