Die Sage vom Schafselbsanft
Ufem Schafselbsanft het's vor altem schüni Weid ghä. Jez gsieht me nüt meh dervu, wegem Fire, aber as der Firen-abe chu ischt, da ischt der Balz d'Schuld, das ischt der letzt Sänn gsi. Der het mit sym Sänte welle z'Alp fahre. Wo-n-er über d'Brugg will, so gsieht er wyt unde-n-im Loch en alts Wybli, das het ufegrüeft und schüzli by-n-em aghalte, er söll em ufehelfe, aber der Balz het gseit: «Hock du nu da unde! worum bischt abe?» und het glachet.
Es vergünd etis Tage-n-über das, so sitzet der Balz vorussen-und lueget dem Veh. Uf eimal git's e Chlapf, und der Fire rutschet a und nint alls mit em, d'Stei und d'Hütten-n-und's Veh, und der Balz het au nümme chänne flieh und het müesen-über d'Wand abe wie das ander. Wo-n-er schu z'usserst usse gsi ischt, het er das alt Wybli wieder gsih, das isch mit em Fire derher z'ryte chu und het ne-n-use g'stosse-n-und gseit: «Jez will ich lache!»
Aus: C. Englert- Faye, Alpensagen und Sennengeschichten aus der Schweiz, Zürich 1941. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch