Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Ma im Mond

Land: Schweiz
Kanton: Aargau
Kategorie: Sage

Weisch, wer dört oben-n-im Mond lauft? Das isch emol en usöde Ma gsi, dä het nid umegluegt, ob's Suntig oder Wärchtig gsi isch; goht einisch amene heilige Suntig is Holz und fangt a e Ryswälle zämestähle; und wo-n-er fertig gsi isch, u die Wälle bunde gha het, nimmt er sie uf e Rügge-nund isch e heimlige Wäg us, wo-n-er gmeint het, dass ihm kei Mönsch begägni. Aber wer em do begägnet, das isch der lieb Gott sälber gsi; dä het em scho lang zuegluegt, wie-n-er der Suntig gschändet het und verbotni Wäge gang-en-isch, und het du dänkt, er well em emol zeige, wo's dure göng. «Ghörsch», seit er zue-n-em, «du bist jetz scho-n-en alte Sünder und hättisch weigger d'Hell meh a's verdient; i will der aber no lo Gnad für Rächt ergoh und lone der d'Wahl, ob de wellisch i d'Sunne go schwitze oder i Mond go früre.» Uf das het der arm Schölm dänkt: «Ebe so mär i d'Hell a's i die brünnig Sunne» - und seit ämel stantebeni: «He se nu se de, wenn's doch si muess, so will i's mit dem Mond versueche.» «'s blybt derby», seit der lieb Gott - und sider isch de Ma im Mond und treit alli Obe sy gstolni Ryswälle-n-uf em Rügge hei, wyl's em gar grüseli chalt macht dört obe und er gärn es Fürli miech. Lueg nume gnoti, ob's nid wohr isch!

Aus: C. Englert- Faye, Alpensagen und Sennengeschichten aus der Schweiz, Zürich 1941 Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch