Columbanus und Gallus, die Glaubensboen aus Irland. Columban und Gallus am Zürichsee
Als Columbanus und seine Gesellen aus Irland ausgezogen waren und viele Orte besehen hatten, kamen sie auch in der Alemannen Land zu einem Flusse, der Lintimacus hiess. Sie folgten seinem Lauf und kamen zu einer Burg, die Turicum genannt war, an einem grossen See gelegen. Und als sie an dem Gestad hinaufgingen da kamen sie an einen Ort, in der Volkssprache Tuconia geheissen, allwo zu wohnen sie gelegen dünkte. Aber die Einwohner dieser Gegend waren grausam und gottlos, opferten den Götzen und waren der Wahrsagungen und Träume beflissen. Und die Boten Gottes beschauten den Ort, wo die Heiden ihre Feste feierten. Da ersahen sie drei vergoldete Erzbilder, die jene anzubeten pflegten. Von diesen sprachen die Leute: «Das sind unsre alten Götter die Schirmer und Schützer dieses Ortes, durch deren Huld und Hilfe wir und all das Unsrige bis auf den heutigen Tag können bestehen und erhalten werden.»
Als nun derselben Götter Fest gekommen, versammelten sich Mann und Weib in grosser Zahl, dass sie feierten, aber auch, um die Fremdlinge zu sehen, die da gekommen wären. Da gebot der heilige Columbanus dem Gallus, er solle dem Volk zusprechen und es unterweisen, Gott Vater, Sohn und den Heiligen Geist anzubeten. Darauf fing der heilige Mann an und ermahnte sie, von den falschen Göttern zu lassen und sich zu bekehren. Und er ging hin voll Eifers, stiess die vollen Metkrüge um, so dass der Trank zur Erde rann. Dann trat er vor aller Augen zu den Götzenbildern ergriff sie, zerschlug sie zu Stücken und warf sie in den See. Darob war ein Aufruhr im Volk. Sie verfolgten die heiligen Männer mit Grimm und Zorn und beschlossen in der Landsgemeinde, Sank Gallus zu töten. Columbanus aber wollten sie geisseln und mit Schimpf und Schande aus dem Lande treiben. Als aber der heilige Vater ihren Anschlag gewahr wurde, verliess er mit seinen Gefährten dieses Land.
Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch