Kaiser Karls Tod
Als Kaiser Karl zweiundsiebenzig Jahre alt war, hiess man ihn den grossen Karl seiner grossen Werke wegen. Da ward er siech und wollte sterben und hiess vor sich kommen seinen Sohn Ludwig und setzte ihm seine kaiserliche Krone auf und starb seliglich. Da fuhr seine Seele zu den ewigen Freuden. Und man begrub ihn mit gar grosser Würdigkeit zu Aachen. Und Papst Leo war bei seinem Begräbnis und viele Herzöge, Fürsten und Erzbischöfe und andere Bischöfe, Grafen, Äbte und Priester und viel Volks. Man setzte ihm eine kaiserliche Krone auf und legte ihm ein kaiserliches Gewand an und setzte ihn auf einen goldenen Stuhl, wie einen lebendigen Richter, und legte ihm die heiligen Evangelien auf seine Kniee, und er hielt das Buch mit seiner rechten Hand, darin hatte er ein goldenes Zepter und daran den goldenen Schild, den ihm die Römer gemacht hatten.
Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch