Das nü Chrüz
Fürm Dorf ischt as gross Chrüz am Wäg gstanden, wa d’Lüt im Vorbygahn ä paar Vatterunser gebättet hain; nah und nah het es aber der Rägen ganz usgwäschen und d’Sunna luter Sprüng und Spält drin gmacht. Der Här lat für’s alta us ame Stuck Holz a nüs und hübscheres machen. Die Buren sind aber nümma so stan bliben, um ihr Vatterunser z’bätten. Der Här fräget emal eina, warum sch’nümma wie dervor dort bim nüa hübschen Hergott hätten. Der Bur will lang nit fürer, chratzt schi hinteren Ohr und sait zletzt: «Ja, wir hain den nüen noch als Birrabaum kennt.»
Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch