Mutabor Märchenstiftung

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Rudolf von Habsburg

Land: Deutschland
Kategorie: Sage

König Rudolf war ein guter Friedemacher; denn er zerbrach alle die Raubhäuser, die damals das Land schädigten. Er stritt auch einen Streit mit dem König Ottokar von Böhmen. Den schlug er; denn er setzte sich wider ihn und wollte nicht seine Lehen von ihm empfangen. Also besiegte der König die Böhmen. Davon ward er also wert, dass ihn die Fürsten oft angingen, er solle nach Rom fahren und Kaiser werden. Aber der König war ein weiser Mann und antwortete den Herren auf ihre Rede mit einer Fabel: Es wurden viele Tiere geladen vor einen Berg, und der Fuchs kam auch dahin. Die Tiere gingen alle in den Berg; nur der Fuchs blieb allein draussen stehen und wartete, bis die Tiere wieder herausgingen. Ihrer aber kam keins wieder heraus. Da wollte der Fuchs nicht in den Berg. Mit der Fabel gab der König den Herren zu verstehen, dass vor ihm mancher König über das Gebirge ins welsche Land gefahren, und alle darin geblieben. Darum wollte er nicht nach den welschen Landen und nicht nach Rom. Also blieb der König im deutschen Lande. Das war dem Lande gut; denn er schuf gutes Gericht und Friede darin, dass an manchen Orten im Lande die Kaufleute ihre Lastwagen und Karren stehen liessen, wo sie übernachteten, und es durfte sie niemand beschädigen.

Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963. 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch