Der Schlafstei
Wo d Glarner mit de Östrychere Händel gha händ - es ischt iez schu ebig lang syt dem - sind emal e Hufe-n-Östrycher vu Chireze nache- n-a Frunalp und Heubode chu und händ de Pure welle ds Veh nih.
Wo d Pure da gsih händ, so händ sie si gewehrt für ihres Vehli, was sie händ möge, aber dissi sind z’vil gsi und händ die Glarner all erschlage bis a-n-eine. Das ischt e bäumig starche Purscht gsi. Der hät mit sym Wafe drygschlage, dass em all händ müese us Wäg. Wo-n-er ne-n-aber us de Hände gsi ischt, so lauft er obsi und staht uf die gross Wand ufä und fat mit sym Hore-n-a hürne, ass me s dunde-n-im Dorf het möge ghöre. Wo-n-er gar nie hät welle höre so händ sie dunde gmerkt, ass öppis ugrads mues um de Wäg si, und sind e Puschel Lüt ufe gange, und der, wo-n-em d`Alp ghört hät, mitne und sy Tochter au.
Wo si uf d`Alp chänd, so händ dissi d`Hütte-n-azündt gha und händ mitemVeh welle wyters. Abe die unde-n-ufe sind hinder`s här und händ die eine z`togschlage-n-und die andere verjagt und ds Veh wieder z’hande gnu.
Dernah händ si der jung Putscht gsuecht, wo ghürnet hät und d’Jumpfere, wo mit ne-n-ufe-n-ischt, hät ne ghulfe-n-und :ischt alle für. - Es nimt eim nüt Wunder, es ischt ihre Liebschte gsi. W si uf d’Wand chänd, finded’s ne, aber äse tot vu de Wunde und vum laufe-n-und hürne. Wo das sy Liebschti gsieh hät, isch si bynem umgfalle-n und hät der Geischt ufgi.
Sytdem seit me de Wand Schlafstei, wyl die zwei da entschalfe sind, der Purscht und sy Liebschti.
Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch