Mutabor Märchenstiftung

Fachwissen, Kompetenz, kulturelle Vielfalt

 

 

Em Tüfel sy Schwoger

Land: Schweiz
Kanton: Aargau
Kategorie: Zaubermärchen

’s isch emol en arme-n-usdiente Soldat gsy, wo us der Frömdi heicho isch. Aber deheime het er nüt z’gnage-n-und z’bysse gha, und wenn der ganz Schwarzwald usgstorbe wär, er hätt e  kei Tannezapfe g’erbt. «Bis kei Löl», het do euse Hans dänkt, «pack dys Bünteli z’säme-n-und gang wider i die wyti Wält dys Brot go verdiene! Wer weiss, vilicht machsch doch no dys Glück. Nit nohlo gwünnt, und spot isch all nonig z’spot »-und nimmt gleitig der Wäg under d’Füess- Wie-n-er do-n-es Wyli sy Stross zue gloffe-n-isch, chunnt er in e grosse, finschtere Wald. Do b’chunnt em eismols en fyne fürnähme Heer in ere flotte Montur mit guldige Chnöpfe dra und eme Fäderehuet ufem Chopf und eme Däge-n-a der Syte. Da macht em es Gsicht, wie wenn der Tüfel us eme-n-Ängelsfäcke-n-useluegti, redt en fründtli a und seit: «Eh, eh, guete Fründ, was fählt au dir? Du machsch jo-n-es Mul, wie wenn de sibe Tüfel gfrässe hättisch und der acht no wettisch foh!» - «Jo wägerli», seit druf der Hans, «lueget, Heer, i bi-n-eso arm, i vermag kei’r wysse Lus der Belz z’blätze, und ha-n-allewyle müesse chum tue und bi albe nume teufet dry cho. ’s Tüfels Mähl isch halt nüt as Chrüsch. Do han-i halt dänkt, es seig ame-n-en andere-n-Ort au Wält, und scho mänge-n-isch ungsinnet und ring zu öppisem cho. ’s mues eim nume-n-au einisch die rächt Chue chalbere. Und überdis - ’s het vil grossmächtigi Heere, derigi wie-n-ihr eine sit, und e settige wird mi scho chönne bruche.» - «Allwäg, allwäg, do hesch’s juschtamänt guet troffe», seit druf dä frömd Heer und spienzlet mit em einte-n-Aug grüsli kurios underem Huet führe, «i wüsst der wäger e Dienscht mit wenig Arbet und vil Lohn, Gäld und Guet, so vil de witt, dys Läbe lang. Los, chumm du mit mir und verding di by mer as Chnächt. Sibe Johr söllsch mer diene, derno bisch wider frei. Aber eis säg i der: du darfsch di nit wäsche, nit barte, nit strähle, nit schnüze, d’Negel und d’Hoor nit abhaue-n-und au’s Wasser nit us de-n-Auge wüsche - kei Gloggeschlag, eb die sibe Johr ume sind, susch bisch de myne mit Hut und Hoor für immer und ebig! Und dass d’s grad weisch: i bi der Tüfel! Wer mir dienet, dä nimm-i vom Galge, und wenn er mer nümme dienet, so häng i ne wider uf!» - Jo, jo, ziesch vor em Tüfel der Huet ab, so nimmt er der Huet und d’Hand derzue, und i d’Hell isch’s allerwäge glych wyt, het der Hans by-n-em sälber dänkt. Zwor het der Tüfel der Wäg g’mässe-n-und der Schwanz derzue gleit, und hebsch der Tüfel am Stil, so b’haltisch Hoor a de Händ. Aber wotsch öppis, so darfsch öppis, und ’s Glück isch für der Därschtig! Und er schloht y und.seit: «Jo, mira wol. ’s gilt mer glych! Wer will's Hoor pflanze, mues i der Hell danze», und isch mit dem Heer dervo trabet, und der Tüfel het ne starregangs i d’Hell gfüert.

Do het er em Hans gseit und zeiget, was er z’tue heb: er müesi ’s Füür schürge-n-under de Chessle, wo d’Hellebrote drin sitze, ’s Hus suber halte, d’Wüschete hinder d’Tür träge und susch no überall uf Ornig luege. «Aber eis säg i der: dass mer nit es einzigs Mol i d`Chessle-n-yne luegsch, susch goht’s der schlächt!» Seit der Hans: «Jo fryli, fryli, ’s isch Bifähl, will’s mache.» Druf isch der alt Tüfe1 wider usgfahre - ’s isch überobe-n-e grosse Stärbet gsy, und do het der Täfel albe Tag und Nacht Arbet, er mag schier nit gcho. Der Hans aber het sy Dienscht aträte, het ’s Füür gschürget, d’Stube gwüscht der Dräck hinder d’Türe treit und susch no überall uf Ornig gluegt. Und wo der Täfel undereinisch gschwind emol isch cho go luege isch er z’fride gsy mit sym Chnächtli und isch gly wider furt.

Jetz het der Hans der Zyt und der Wyl gha, sich e chlei z’verschnufe, denn er isch dere-n-Arbet in der Erschti nonig eso gwohnet gsy. «Jez bin i der Oberscht und will grad emol alls mitenand inspiziere!» het er dänkt und luegt sich um in der ganze Hushaltig, Do sind grossi, ruessigi Chessi im Ring um gstande, und es gwaltigs Füür het drunder brunne, und ’s süttig Wasser het nume-n-eso gstrodlet und pfuset drininne. Do gluschtet’s der Hans ufs Mol dry z’luege, und der Täüel het’s verbotte gha. «Eimol isch kei Mol», seit er zue-n-em sälber, «und der Meischter wird d’Auge nit überall ufs Mol chönne ha. Und überdis, so bin i iez do Meischter.» Z’letscht am Änd het er si vor luter Gwunder nümme chönne b’ha und lüpft der Deckel vom erschte Chessel e bitz uf und güggelet yne. Und was meined er, was het er gseh? Hockt bym Eid sy Korporal drin. «Oha Fäger!» seit der Hans, «triff i di do a! Du hesch mi gha, iez ha-n-i di!» und macht der Deckel gleitig wider druf, schürget ’s Füür, was er mag und leit no Schyter a, wo ume Wäg gsy sind. Derno goht er zum zweute Chessi, lüpft der Deckel e bitz uf und güggelet yne. Hockt by Gott der Fäldweibel drin. «Oha, Fäger! triff i di do a! Du hesch mi gha, iez ha-n-i di!» Macht der Deckel wider druf und schleikt e dicke Chnuppe zueche, dass er em ’s Bad no heisser machi. Jetz wott er no wüsse, wer im dritte Chessi hocki, und wo-n- er yne luegt, so isch’s potz Sapperment der General. «Oha Fäger! triff i di do a! Du hesch mi gha, iez ha-n-i di!» Holt der gross Blosbalg und macht ’s Füür wacker under em z’fladere, dass d’Funke-n- in alli Egge-n-ye gsprützt und gschnützt sind. Undereinisch het s derby eso galgemässig grücht und gstunke wie d’Pescht, dass es en i de-n-Auge bisse het wie rote Pfäffer, und heiss gmacht het’s, er het gmeint, er müess vergoh. Do het er albe Nase-n-und Mul z’säme klemmt und zue-n-em sälber gseit: «Hesch der Tüfel gfrässe, so friss d’Hörnli au!» - und denn isch es ämel wider gange.

So het der Hans sy Dienscht sibe Johr lang i der Hell to und ’s gmacht wie ’s Kätterli Küngli, wo nün Johr deheim i der Badstube ghocket isch und nie der Zyt gha het sich z’wäsche. Er het sich nit twäsche, nit bartet, nit gstrählt, nit gschnüzt, het sich d’Negel und d’Hoor nie abghaue-n-und au ’s Wasser nit us de-n-Auge gwüscht und wachse loh, was wachse het welle, und bald het er usgseh wie d’Sünd sälber. Und so churz sind die sibe Johr gsy, dass er gmeint het, es wär erscht es halbs Johr ume.

Wo do sy Zyt voll ume gsy isch, chunnt der Täfel und seit zue-n-em: «So Hans, was hesch gmacht?» – «He, `s Füür ha-n-i gschürget under de Chesslene, d`Stube gwüscht ha-n-i und der Dräck hinder d`Türe treit und überall uf Ornig gluegt, wie`s Bifähl gsy isch.» – «Jo, aber du hesch au i d`Chessi gluegt! Jo wäger, `s isch dys Glück, dass d`Holz noche gleit hesch, susch wär`s us gsy mit der! Doch iez isch dy Zyt ume, und de chasch goh. Wenn d`aber wotsch, chasch au blybe.» – «I wett gärn heim go luege, was si mache-n und trybe. Ha langi Zyt.» «Guet und wol», seit der Tüfel, «wer rächt gwärchet het, mues syin Lohn ha. Gang hinder d`Tür und füll der dy Ranze mit Wüschete und träg si heim. Denn hesch dyr Läbtig gnueg. Aber los: gang wie de bisch, ungwäsche, ungstrählt, mit langem Hoor am Grind und am Bart, mit ungschnittne Negel und trüebe -n- Auge. Und wenn di öppe-n-eine frogt, wo d`här chunnsch, so seisch äm: He, us der Hell unde-n-ufe! Und wenn di eine froget, werd`bisch, so seisch: Em Tüfel sy Schwoger und Chönig au!» Der Hans het si still und macht, was der Tüfel gseit het, aber z`fride -n-isch er nit gsy mit sym Lohn. Aber was het er welle mache? Wemme mit de Heere Chriesi isst, so rüeret s`eim d`Stei an Grind, und mit settige -n isch nit guet rächte, und mit em Tüfel scho gar nit. Also nimmt er der Wäg und d`Füess.

Wo-n-er aber wider uf d’Wält ufe cho isch und in sälle Wald chunnt, nimmt er der Ranze vom Buggel für ne-n-usz’schütte. «Dä Plunder träg i keis Hüsli wyter», mummlet er i sy Bart und tuet der Chnopf uf - do isch d’Wüschete luter purs Guld gsy. Do het der Hans Auge gmacht! Und in syner Freud isch er starregangs i die nöchscht Stadt gloffe. Vor em Wirtshus isch scho der Wirt gstande, und wo-n-er der Purscht gseht cho, isch-er halbe-n-erchlüpft, wil der Hans so grüsli wüescht usgseh het, no wüeschter as e Vogelschüch. Do rüeft er-en-a und frogt: «Jösses, Jösses, säg, wo chunnsch au du här?» - «He, us der Hell unde-n-ufe!» - «Jä ,wär bisch?»  - «Em Tüfel sy Schwoger und Chönig au!» - Jez het en der Wirt nit welle-n-yne lo. Aber der Hans het jo Gäld im Sack gha bis gnueg und d’Taler und d’Dublone sind em dur d’Finger wie andere Lüt d’Räppler und d’Batze. Wie der Hans so-n-es Guldvögeli macht füregüggele, do het der Wirt em gleitig sälber d’Tür ufgmacht und d’Chappe-n-abzoge-n-und sich bückt bis an Bode-n-abe. «Brotisch du mir d’Wurscht, so lösche-n-i dir der Durscht», het der Hans dänkt, loht sich's bescht Zimmer gä und ganz führnähm ufwarte grad wie-n-er en grosse Heer wär, und het gässe-n-und trunke noch Härzensluscht. Aber gwäsche-n-und gstrählt het er sich nit, wie’s im der Tüfel bifohle het gha. Und wie-n-er goht und stoht, lyt er is Bett.

Der Wirt aber isch en arige gsy, und s'Hanse Ranze voll Guld het em i d’Auge gstoche-n-und kei Rue meh glo. Z’mitz i der Nacht, wo-n-alles fescht gschlofe het, isch er uf de Socke i d’Chammere-n- ufe düselet und het em’s underem Bettlade füre-n-ewägg gstole. Wo do der Hans am andere Morge-n-ufgstande-n-isch und der Wirt zahle wott und wyter go, isch sy Ranze niene meh ume. Do het er sich es Wyli bsunne-n-und seit zu-n-em sälber: «Jetz hesch ’s Füdli verspilt mit samt em Hömlischlämp und bisch wider en arme Tüfel und hesch kei eigeni Hell!» - und lauft, was gisch was hesch, der chürzischt Wäg i d’Hell z’rugg. Und wenn’s em d’Hoor a de Beine verbrennt hätt, er wär glych gange. Der alt Tüfel isch grad underem Helletor gstande, wo der Hans cho z’trabe chunnt. «Ho, bisch scho widerume z’rugg? Het’s der dobe nümme gfalle?» - «Jo wäger, die bös Wält isch no erger as arg », seit druf der Hans, het em sy Ungfell g’chlagt und en bittet, er möcht em doch usem Dräck hälfe. «Hesch Päch gha ohni Schuld », seit der Tüfel und het em wider der Ranze voll Wüschete gä und seit no: «Gang und säg dem Wirt, er söll der dy Guld wider use gä, susch chöm i über en und hol en a dy Platz!» Der Hans het do em Meister Schwarz ordli danket und isch wider ufe gange-n-und seit zum Wirt, wo grad ’s Gäld zellt het wo-n-er em Hans gno gha het: «Du hesch mer my Guld gstole. Und wenn’s mer nit gly wider gisch, so chunnsch i d’Hell a my Platz!» Do het der Wirt Auge gmacht wie der Ochs vor em Metzger und het nit gwüsst, was er söll säge, und gschnadelet het er am ganze Lyb, wie-n-es aschpigs Läubli. Und gleitig git er em Hans sy Guld wider und no meh derzue, und het ne bittet und bättet, er söll um Gottswille nu stille sy. Uf die Art isch der Hans grad nonemol so rych worde. Druf abe macht er sich uf e Wäg heimzue und chauft sich e schlächte Lynechittel uf der Lyb wie-n-e Spilma, und isch wyt i der Wält umezoge vo Land zue Land, und goht vo Stadt zue Stadt und vo Dorf zue Dorf und macht Musig, denn das het er vo früener noche no chönne.

Underwägs chunnt`s em uf eismol z`Sinn: e so-n-e ryche Heer wie-n-er sött au ne fürnähmi Frau ha, und goht vor ’s Tor vom Chönigsschloss go ufspile. Und der Chönig het e settigi Freud dra gha, dass er dä Purscht het mache-n-yne cho. Do frogt der Hans en graduse, weli vo syne Töchtere ihn well. Die eltischt chönn er ha, wenn si-n-en well, git der Chönig zur Antwort. Wie die aber vernoh het, si söll e so-n-e wüeschte Grüsel ime schlächte Lynechittel hürote, chunnt si ne Chopf über wie-n-e glüeigi Chueglogge-n-und chiflet und schreit: nei, si well dä Schnuderi nit. Die mittleri het au to, wie wenn Füür und Pulver z`sämmechäme, und het `s Mul gschüttlet, was si het möge, und schnarzt, si well dä ungstrählt Bartli ab der Landstross aus nit. Do het em der Chönig halt die Jüngschti gä. Die het`s em Vatter z`lieb gärn to. E Kärli, wo so schön chönn musiziere, seig gwüss en hübsche-n-und en fyne Purscht, me müss en nur rächt aluege, und wenn er grangschiert seig so mach er si scho. Jo, si well dä Schnuderi, grad wie-n-er seig. Do isch der Hans starregangs is Wirtshus zrugg, wo-n-er gwohnt het, und loht en Bartschärer mit allem Schliff und Gschirr cho. Dä het Auge gmacht, wo-n-er dä strub Tschupp vo dem schülige Grüsel gseht, ganz verharzt und verfilzt, und frogt: «Jösses, Jösses, my guete Heer, wo chömmet au Dir här?» – «He, us der Hell unde-n-ufe!» «Jä, und wer sind Er denn?» - «Em Tüfel sy Schwoger und Chönig au!» Do isch`s dem guete Barter ganz gschmuech worde und er het vor Stune schier s`Mul nümme zuebrocht. «Allee», seit der Hans, «mach gleitig `s Mul zue, such wird der`s Härz chalt und mach dyni Schäre-n-und Mässer füre.Aber e chlei hurtig!» «Mit Vergauscht, my guete Heer», seit der Schärer, «so hocket do häre, i will Ech scho wäsche, barte, strähle, schnüze, Ech d`Hoor und d`Negel schnyde-n und d`Auge-n-uswüsche!» Und wo-n-er noch eme Wyli  mit em fertig gsy isch, so seit er: «So, my guete Heer, iez mached er en anderi Gattig, lueget numme- n-emol gschwind i Spiegel!» «Wer i Spiegel luegt, gseht der Tüfel drin», seit der Hans und git em Schärer e Gulde. Druf loht er der Schnyder cho und sich die schönschte Chleider amässe, grad wie-n-e Prinz, und fahrt derno inere Gutsche mit vier füürige Ross is Schloss go sich sym Brütli i dere Fasson go präsentiere. Und no am glyche Tag händ`s Hochsig gmacht.

Wo si aber do mitenand i d’Chile gfahre sind, der Hans und’s jüngscht Chönigstöchterli, sind die zwo Schwöschtere-n-us Nyd und Täubi is Wasser gumpet, wo’s am teufschte gsy isch. Und wo’s Brutpaar do wider us der Chile chunnt, gseht der Hans uf eismol der Tüfel ufeme Dach obe hocke. Dä het glachet, dass em d’Hörnli gwaggelet händ, und seit:

«Schnuderi, Schnuderi, Wie isch der gange ?» —

«Guet isch mer gange: Han es Chönigstöchterli gfange!»

rüeft der Hans ume. Antwortet der Tüfel:

« Weisch, Schwoger, eso chas cho: Du hesch eini und i ha zwo!»

Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963. 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch