Die Blume von Sempach
Als man zählte nach der Geburt Christi unseres lieben Herrn 1386 auf Sankt Cyrillentag den 9. Tag des Heumonats, hat der edle, hochgeborene, erlauchte Fürst und Herr Leopold Erzherzog von Österreich einen ritterlichen Feldstreit vor der Stadt Sempach mit den Vier Waldstätten der Eidgenossenschaft getan. Und an dem Ort, da er erschlagen lag und sein Leib gefunden wurde, da ist desselben Jahres eine grosse schöne Blume auf der Walstatt entsprossen. Diese Blume war voller kleiner Blümlein mit roten Blättlein auswendig und das inwendige Pilzlein ist weiss gefärbt gewesen. Diese Blume hing noch viele hundert Jahre als Wunderzeichen und Wahrbild vor dem Fronaltar der Kapelle unserer lieben Frau zu Hildisrieden.
Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch