Mutabor Märchenstiftung

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Die Linde zu Freiburg

Land: Schweiz
Kanton: Freiburg
Kategorie: Sage

Da die Eidgenossen den Herzog Karl bei Murten geschlagen hatten da entsandte der Hauptmann der Freiburger zur Stunde einen Jungmann ab, der in die Stadt laufen sollte, drei Stunden weit, um die Botschaft des Sieges den Mitbürgern zu überbringen. Der Jüngling hatte seinen Sturmhut eben mit einem grünen Lindenzweig geschmückt zum Zeichen des Sieges. So rasch seine Füsse ihn trugen, eilte er in der Sonnenglut der Heimatstadt zu. Als er atemlos auf dem Rathausplatze ankam, stiess er seinen Speer in die Erde, lehnte sich daran und rief, so laut er konnte: « Sieg, Sieg!» Dann sank er tot nieder. Man nahm den welken Lindenzweig vom Helm des Jünglings und setzte ihn dort, wo er hingesunken war, in den Grund. Das Reis gedieh und wuchs zum gewaltigen Baum auf, der den Rathausplatz durch Jahrhunderte überschattet hat.

Aus: C. Englert-Faye. Us der Gschichtetrucke. Ein Schweizer Volksbuch für Jung und Alt, Bern 1963. 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch