Die büssenden Sennen
In den Alpen um Klosters gehen immer noch Sennen um, die wegen ihrer Vergehen zu Lebzeiten keine Ruhe finden können. Sie zeigen sich vor allem bei Wetterwechse
So rührt der Name Mönchalp von einem Geist her, der in Mönchsgestalt dort umgeht. Der war auch Senn, welcher sich aber durch verübte Betrügereien um die Seligkeit gebracht hat.
Und in den Kuhalpen haust, wenn das Vieh im Herbst schon längst talwärts gezogen ist, der Geistersenn. Er hat im Molchen (Alperzeugnisse) Untreue geübt und muss nun auf immer so vielen Ersatz zusammenkäsen, wie er seinerzeit veruntreut hat. Aber es stehen ihm dazu nur die Milchtropfen zur Verfügung, welche den Sommer hindurch verschüttet wurden oder verloren gingen. — Der ist noch lange dran!
J. Vetsch. Ds Goldbrünneli. Eine Sagensammlung aus Klosters und Umgebung. Klosters 1982, © J. Vetsch
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch