Dr Gaischt in dr Tobelhütten
Vor driihundert Jahren hed di Pescht läid ghuused in ünschen Teelern. Ganzi Familia sind in churzer Ziit uusgstorben, und da und dort hed s irma Dorf mee leeri Hüüscher ghan as andari. D Obrikäit hed gatan, wa sch hed chönnen gäged die gruusig Chranket. Di Toten häind sofort angazäiged wärden müessen, und ma hed d Liicha nid lenger la liggen glaan, as dr Mesmer gabruucht hed, um mid schiim Schümmel von Huus z Huus z faaren und di Toten uufzladen. Varan Abdankig ischt käin Red mee gsin. Dr Mesmer, wuo nid grad dr fiinscht gsin ischt, hed vier oder füüf Toti in äis Loch gatröölt und unglöschta Chalch druuf gschuufled. Drbii hed är ghörig a schiir Chachlapfiifa gezogen und tonderli Bränta (Rauchwolken) van schi gän. Ar hed phaupted, das sii ds bescht Mittel gäged di Pescht. D Obrikäit hed druuf gluoged, dass niena viil Volch zämmen choon ischt wäged dr Aasteckig. D Vrgrebnischta und d Landsgmäind sind vrbotten gsin und natürli au d Märcht und ds Tanzen. Säb ischt für di Jungen hellisch uschlückigs gsin. Nümma tanzen! Zeerscht häindsch schi schi ordali driin gschickt. Drnaa häind sch angfangen muulen und sägen, as nützi doch nüüd. D Lüüt stärbend notten wie Fleuga an dr Pescht. D Obrikäit hed aber nid bürri gatan. «Vrbott ischt Vrbott», hed s ghäissen, «und drbii bliibts». «Säb wee denn notten karioos,» häind di Jungen gsäid, und van duo an häindsch all Samschtig z Nacht as wuo arman Uusort Tanz ghan. D Mäitja häind Brot und tigas (getrocknetes) Fläisch gfergged und di Buoba dn Wiin.
Schi häind widrum amaal Tanz ghan in dr Tobelhütten, aran alten Hütten, wuo schon bin Jahren leer gstanden ischt. Di alten Wiiber häind phaupten wellen, as gäischti in der Hütten. Vor viilen Jahren häi äina us am Tobel schiin Liebschti, wuo an anderen gnunn häi, im Buochwaldji hindr dr Hütten erschlagen. Sitter müessi är dört gäischten. Für di Ledigen ischt das Gmach aber grad wie gmached gsin. Dört häind sch gwüsst, dass sch niemed stört, am wenigschten dr Nachtwächter, wuo an erschrökalichi Angscht vor Gspenschtern ghan hed.
Bin däm Tanz is grad preziis zuoggangen wie birma rächten Tanz im «Rössli». Di Buoba häind as rots Nägali am Huot ghan und häind gjuuzt und gstampfed, dass gmadled (gedonnert) hed. D Mäitja häind glached und di Zöpf und d Juppa lan fleugen, dass an wahri Freud gsin ischt. Dr Klarinetischt, an Fürschlösser (einer aus der Gegend vor der Klus), hed bin däm Lärmen blaasen müessen, dass nan fascht zrsprengt hed. Wiil d Chilchenuur zwölfi gschlagen hed, häind d Mäitja in dr Zuochammara uufgatisched. Alli häind tonderli zuogriffen und Wiin gatruuchen bi Buuch. Drnaa häind sch gsungen und widrum gatanzed und an Lärmen gmached, dass ma sch bis in ds Dorf ab ghörd hätti, wenn di Pfänschter und di Palggenpritter nid zuo gsin weerend.
Uf äimaal ischt dr Klarinetischt stuuhabläich worden und hed uufghörd spillen. Alli häind schi erstellt, und äina freeged nan: «Was hescht, Häiri? Ischt diär ätta schlächt?» D Mäitja häind schon gmäind, är häi di Pescht und häind flien wellen. Häiri schüttled dn Chopf, zäiged mit dm Finger gäged d Oberdilli und säid i schiim Fürschlösser-Dialekt: «Da doba tanzed s au.» Alli häind nan uusglached und gsäid, är häi gwüss z viil Wiin gatruuchen. Är hed aber stiif und fescht phaupted, är häi tanzen ghörd. Druuf schii schi reetig woorden, schi wellend zmitscht im neechschten Tanz uufhören und losen.
Uf as Zäichen hed är uufghörd spillen und schii tanzen. Alls ischt müüslistill gsin, und duo häind sch ghörd, dass s uf dr Chammara dopna au tanzed. Ünschen Ledigen is nümma um ds Lachen gsin. As wuo rüeft äina: «Dr Gäischt us dr Tobelhütten.» Mee hed s nümma gabruucht. Di Buoba häind di Pfänschter und di Palggenpritter offen grupft, und will käis mee gwaged hed dürr ds duuchel Vorhuus uus, sind Buoba und Mäitja dürr anandaren wie Schaf us arma Chromme (Verschlag) zun dn Pfänschtern uus. In der hellischen Düüchli und Vrnöti (Aufregung, Angst) häind sch nüüd gseen und sind wie Müschala (gespaltenes Schnittholz) di stotzig Halda ab gatrooled. As ischt as wahrs Wunder gsin, dass sch nid Hals und Bäin gabrochen häind. Jetz wetted ier gwüss wissen, wie s mid däm Tanz uf dr Dilli dopna gsin ischt! Das ischt asoo gsin. Partli Nuttli, an alta Lediga, hed van däm Tanz in dr Tobelhütten Wind überchoon und hed gadäicht: «Da gaischt du au.» Ar hätti für ds Läben gäären gatanzed, hed schi aber gschaniert, in dn alten Tagen mid dn Jungen z Tanz z gan. Schi häind nan au di ganz Ziit nüüd as gaträtzt und gergared und Narrasache mid ma gatriben.
Bim induuchlen hed är schi uf dr Chammara in dr Tobelhütten vrsteckt und gwarted, bis dr Tanz anggangen ischt. Är hed nümma guot ghörd und drum di lengscht Ziit gwarted, bis är aanän hed müessen, dasch jed tanzend. Druuf hed är die gstabaten Chnocha tonderli gwäiggt und natürli nid gmerkt, wie sch dunna zmischt im Tanz uufghörd häind. Är ischt in dr Düüchli wüter gschläärgged, bis är dn Grind arma Traamen (Balken) angschlagen hed.
Will är nüüd mee ghörd hed und aanän hed müessen, schi siijend häin ggangen, hed är d Holtsche abgazogen und ischt liisli über d Stäga aab in dn undaren Stock. Dort fint är d Hütta leer. In dr Stuba sind di Pfänschter und di Palggenpritter speerangelwiit offen gsin. Aber käin Mensch ischt ummer gsin. Partli is asoo au rächt gsin. Är hed di Palggenpritter zuogatan und as bitzi in dr Stuban ummer gluoged. Zum Gfell hed noch as Ünschletliecht (Talglicht) an dr Oberdilli gabrunnen. Will är an Ggugg in di Zuochammara tuod, sa gseed är dört uf ma Tisch, wuo sch us dr Stuban iingrobed ghan häind, ganz Flärra tigas Flaisch und Brot und an Quartchanna volla Wiin. Partli hed schi nid lang lan nöten. Är hed schi an dn Tisch ghöggt, dn Hegel fürrher gnunn, Binda abgabätschged und Wiin gatruuchen drzuo bis äis und gnuog. Drnaa hed är schi uf ds Guutschi näbed dn Ofen gläid und gschlafen und gruuzed (geschnarcht), bis dr Manaschiin widrum über Gatschiefer fürrher choon ischt.
J. Vetsch. Ds Goldbrünneli. Eine Sagensammlung aus Klosters und Umgebung. Klosters 1982, © J. Vetsch
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch