Mutabor Märchenstiftung

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Schicksal eines Rindes

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Region: Klosters
Kategorie: Sage

Ein Mann hatte in der Alp Vereine ein Rind verloren, fand es aber bald wieder. Mittlerweile war es jedoch Nacht geworden, und er suchte für sich und sein Rind in einer Hütte Unterkunft.

Kaum hatte er eine Weile geschlafen, wurde er durch ein Geräusch geweckt. Er erkannte zwei Männer, die das Rind schlachteten ohne den Besitzer zu fragen. Dann machten sie ein Feuer an, um einen Teil des Rindes am Spiess zu rösten.

Die zwei Unbekannten rösteten und assen, bis sie fast das ganze Rind aufgezehrt hatten. Nur ein kleines Stück vom Rind bot einer dem Klosterser hin. Der nahm und ass es. Als sie mit der Mahlzeit fertig waren, nahmen sie die Knochen und wickelten sie in die Haut ein mit den Worten: «Steh auf und sei, was du gewesen bist, aber in einem Jahr sollst du kommen und auf der gewölbten Brücke in dieser Alp den Tod finden». Das Rind stand wieder auf und war wie vorher — es fehlte ihm nur das kleine Stücklein Fleisch, das er, der Klosterser, selber gegessen hatte.

Im folgenden Jahr kam das Rind wieder zur Alp, und es erging ihm wirklich so, wie es die zwei nächtlichen Besucher vorausgesagt hatten.

J. Vetsch. Ds Goldbrünneli. Eine Sagensammlung aus Klosters und Umgebung. Klosters 1982, © J. Vetsch

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch