Die Schlüsselsau
As Abedsch ischt en Purscht vam Chloschter hein. Wiar über da Cholplatz gangen ischt, wa früajär Cholhüüffä gärochen heind und die schwarzen Cholbrenner gschaffet heind, ischt an ganz eigntümlehi Gstalt zua ma choon und mimma gangen. As isch as gross, schwarz Schwiin gsin, a Suu. Di sälba hed am Hals an Bund Schlüssel getragn, wo ghörig klippäred heind. Schi hed mit däm Purscht durchuus as Gspreech afahn wellen. Är ischt aber nid grad än gspreechiga gsin und het mit dr Suu nüüd reda wellen. Är hed chum Antwort gän. Wia dua alls Redn nüüd gnützt hed, hed d Suu halba truurig und halba ergerli gseid: «Ja nu, wenn d nüüd witt, so lass as halt äbn sin! Wär nüüd will, het khan», und isch awägg gsin.
Dr Purscht hed über dia Sach nagädeicht, und am neechschtn Morged arem altn Man im Wald bim Holzrüschtn das Erläbnis ärzellt. Dr Alta het gseid: «Ja, meinscht du, ds Glück müass dr no nalaufn? Wenns dr uf am Wäg bägägnet, so söttes äs deichi tuan.»
Dr Purscht wee drnaa dr Suu gäären noch ammal bägägnet. Aber er hed scha mit keim Aug meh gsehn.
J. Vetsch. Ds Goldbrünneli. Eine Sagensammlung aus Klosters und Umgebung. Klosters 1982, © J. Vetsch
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch