Der Jäger in Nöten
Ein Jäger von Klosters hatte die Gewohnheit, im Gespräch häufig den Ausspruch zu tun: «I! dass dich di Häxa riiten!»
Einmal war er auf dem Fuchsstand. Da kam ein Fuchs auf Schussweite. Er schoss ihn. Gleich darauf kam ein zweiter, den er auch schoss. Der Jäger traute seinen Augen nicht, als ein dritter und ein vierter daherkam und die Sache ihren Lauf nahm, bis er kein Pulver mehr hatte, aber umsomehr Füchse. Nach Jägerart band er ihnen die Hinterfüsse zusammen und hängte sie an das Gewehr.
Auf dem Nachhauseweg schien es dem guten Jäger, dass die erlegten Tiere, die Füchse, immer schwerer und schwerer würden, und doch wollte er keinen zurücklassen. Als er sich seinem Haus näherte, sprang plötzlich einer mit den Worten «I! dass dich di Häxa riiten!» vom Gewehr hinab und lief davon. Noch einmal traute der erschrockene Jäger seinen Augen nicht, denn so machten es alle Füchse hintereinander, immer den gleichen Ausspruch wiederholend, bis ihm der letzte auf den Buckel sprang und ihm mit demselben Ausruf tüchtig in die Ohren biss, hinabsprang und dann auch verschwand.
J. Vetsch. Ds Goldbrünneli. Eine Sagensammlung aus Klosters und Umgebung. Klosters 1982, © J. Vetsch
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch