Mutabor Märchenstiftung

Fachwissen, Kompetenz, kulturelle Vielfalt

 

 

Da han i au ammal übernachtet

Land: Schweiz
Kanton: Graubünden
Region: Klosters
Kategorie: Sage

Ammal arem Abed ischt en Pur bim Chloschter spat hein. Wie er gäged schins Hüüschi choon ischt, gsiadr grad a lenga Zug dür ds Dorf apper choon. Er het dr Sach nid rächt gätrüwet und ischt gschwind in ds Hüüschi iin in ds Stubji. Dert hetr dür a Spalt im Palggnpritt (Fensterladen) uusgügglet. Er het khört, wia diä Lüt midänandern gäredt, gäbischmered (geflüstert) heind. As sind alti und jungi, grossi und chleini gsin. Di meischtn het dr alt Hans im Hüüschi gkennt khan. Aber vilerä sind schoon lengschtn gstorbn gsin. Ganz zhindärischt ischt noch as Männdli choon, wa vor an par Jahren gstorbn ischt asa alta, gwüss ätta nüünzgjehrega old (oder) au no meh. Där het grad näbet Hans in arama altn Hüüschi ghuset khan.

Wia dua diä Lüt bi Hansen Hüüschi vrbi sind, seit där Aalta: «Da in däm altn Hüüschi han i au ammal übernachtet old vallicht an Tag und an Nacht ghuuset.»

«So, so», deicht Hans, «nüünzg Jahr chommend däm vür wia an Tag und an Nacht! Där misst halt ünschi Ärdenzit an dr Ewikeit. Warum tüan miar nisch denn au sövl sorgn und blagn, wenn meh as nüünzg Jahr nun an Tag und an Nacht sind?»

J. Vetsch. Ds Goldbrünneli. Eine Sagensammlung aus Klosters und Umgebung. Klosters 1982, © J. Vetsch

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